28 April 2021

Nascetta, die alte weiße Rebsorte der Langhe

Nascetta, die alte weiße Rebsorte der Langhe

Die Geschichte dieser Rebsorte beginnt im Jahr 1800 mit der Erwähnung über den Anbau in städtischen Dokumenten von Alba und Mondovì.
Schon damals war sie für ihre Güte bekannt und wurde hauptsächlich als Verschnitttraube verwendet. Später, im Jahr 1877, gab es den ersten Beweis für den Ursprung des Namens, als der Gelehrte Giuseppe dei Conti di Rovasendalo in seiner „Saggio di un’ampelografia universale“, die noch heute in der Bibliothek der Abteilung für Baumkulturen der Universität Turin aufbewahrt wird, die Rebe als „Anascetta“ definierte, „eine sehr delikate Traube und ein exquisiter Wein“.

m Jahr 1895 bezeichnete der Ampelograph Lorenzo Fantini die Anascetta als eine Traube, die „die gleiche Finesse wie der Moscato“ besitzt, und sein Kollege Giovanni Gagna prägte ihren heutigen Namen, „der zusammen mit dem Moscato bianco und dem Favorita verwendet werden soll“. Heute ist die Wiederentdeckung dieser Rebsorte nicht mehr das Verdienst von Theoretikern, sondern das der Erzeuger.

Aus der vielschichtigen Geschichte der Nascetta und ihrer sukzessiven Wiederentdeckung lässt sich leicht ableiten, dass diese Sorte eine eingehende Untersuchung verdient, um ihre Einzigartigkeit zu bestimmen und einen präzisen Rechtsrahmen zu erhalten, der es ermöglicht, eine „Unterzone“ und eine spezifische Produktionsspezifikation festzulegen. Im Jahr 2002 wurde der Nascetta in das DOC-Gebiet Langhe eingegliedert.

Das Weingut Anna Maria Abbona pflanzte 2006 den ersten Nascetta-Weinberg und stellt seit 2009 Wein aus 100% Nascetta-Trauben her. Seit 2016 wird aus denselben Trauben auch ein Spumante Brut Martinotti hergestellt.